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Vor der Westküste Norwegens liegt die aus 904 Inseln gebildete Gruppe zwischen den Metropolen Bergen und Stavanger, mit denen sie per Katamaran auf dem Wasserweg in jeweils zwei Stunden direkt verbunden ist. Auf 231 Quadratkilometern setzt sie den Besucher ein ums andere Mal in Erstaunen. Eben noch abweisend karg mit nacktem Fels, lädt sie ein paar Kilometer weiter mit dichtem Mischwald im Schutz des 474 Meter hohen Siggjo zu ausgedehnten Spaziergängen ein. In feuchten Mulden zwischen felsigen Buckeln haben sich unzählige Biotope gebildet, hartnäckige Mückenarten steigen im Sommer aus Moos und Gräsern auf. Selbst die asphaltierten Straßen scheinen in die Natur verliebt zu sein. Eng an Berghänge geschmiegt erlauben sie zur anderen Seite hin an manchen Stellen einen atemberaubenden Blick auf den hundert Meter tiefer silbern schimmernden Atlantik.

Seitdem Gisøy 1992 durch eine schwindelerregend hohe Brücke über den Brandasund mit dem übrigen Bømlo verbunden wurde, ist die Insel auch zum lohnenden Ziel von Tagestouristen geworden. Von hier aus können sie per Mietboot zu ergiebigen Angeltouren starten. Im fischreichen Selbjørnfjord geht selbst der unerfahrene Petrijünger nicht leer aus.Reizvoll ist auch ein Ausflug zum vorgelagerten Leuchtturm Slætterøy Fyr. Gemütlich tuckernd schiebt ein Dieselmotor ein geräumiges Holzboot zwischen den unzähligen Inseln hindurch. Schroffe Felskanten sind zum Greifen nah, doch die ständige Dünung rät zum Abstandhalten. Riffs lauern unter der Wasseroberfläche. Große Fische lassen ihre Rückenflossen aufblitzen. Möwen drehen über den Anglern hoch droben aufmerksam spähend ihre Bahnen. Ein Seehund reckt neugierig seinen Kopf aus den Fluten. Bømlo, das ist Natur pur.

Die Angelmöglichkeiten sind vielfältig und die Fangaussichten gut. Dorsch, Seelachs und Pollack, Schellfisch, Leng, Lumb, Steinbeißer und Seeteufel sind ganzjährig anzutreffen, im Frühjahr kommen oft Heringe und im Herbst Makrelen unter Land, und es gibt gute Plattfischreviere.

Die Landschaft auf den Inseln wandelt sich vom bewaldeten, lieblichen Süden über die Heideflächen in der Mitte der rund 40 km langen Inselgemeinde, bis hin zu relativ karger Felsenlandschaft mit ganz besonderem Reiz im Norden. Überall findet man tief eingeschnittene, geschützte Buchten und Sunde zwischen kleinen und großen Inseln und ein sehr abwechslungsreiches Seegebiet.

 

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26. September 2001